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Prof. Dr. Paul
Molitor
Lehrstuhl Technische
Informatik
Institut für Informatik
Martin-Luther-Universität Halle
D-06099 Halle (Saale)
Kontakt: molitor@acm.org
… zu den Aufzeichnungen
der Veranstaltung „Computernetze“
am Projekte beteiligt
waren/sind:
o
Annett Thüring
o
Riccardo Forth
o
Paul Molitor
sowie
o
Jörg Ritter
o
Sandro
Wefel
o
Matthias
Opitz
o
Daniel Tille
gefördert in den Jahren 2002
und 2003 durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
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Electronic Notetaking
der Grundvorlesungen der Technischen Informatik
Die
Diskussion über den Mangel an Computerfachleuten zeigt, dass besondere Anstrengungen
erforderlich sind, um alle Ausbildungsressourcen auszuschöpfen. Ziel
verschiedener Initiativen ist es, einen Teil des Lehr- und Lernangebotes im
Fach Informatik über Netze anzubieten, um so teilweise das Informatikstudium
im Distanzlehrmodus zu ermöglichen. Diese Arbeiten haben als
Zielgruppe die Studierenden, die sich an einer Präsenzuniversität
einschreiben, Informatik im Haupt- oder Nebenfach studieren, aber aus verschiedenen
Gründen dieses Studium nicht als Vollzeitstudium betreiben können. Diesen
Studierenden wird hierdurch die Option eröffnet, Teile ihres Studiums im
Distanzlehrmodus über Netze abwickeln zu können, also eine Mischung von
Präsenz- und Fernstudium im Fach Informatik zu absolvieren.
Am
Lehrstuhl Technische Informatik der Martin-Luther-Universität
werden seit dem Wintersemester 2001/02 Lehrveranstaltungen
aufgezeichnet. Aufgezeichnet und nachbearbeitet sind die beiden im
Grundstudium angesiedelten Lehrveranstaltungen
o
Rechnerorganisation und –architektur (4+2 SWS)
o
Einführung in Hardwarebeschreibungssprachen (2+2 SWS)
und
die im Hauptstudium stattfindenden Lehrveranstaltungen zu
o
Synthese,
Verifikation und Test digitaler Schaltungen
o
Computernetzwerke.
In
diesen Lehrveranstaltungen werden vorwiegend animierte Powerpoint-Folien
benutzt. Typischerweise läuft eine solche Lehrveranstaltung so ab, dass
der Lehrraum abgedunkelt wird und die animierten Powerpoint- oder PDF-Folien über einen Beamer
den Studierenden präsentiert werden. Zu jeder Folie gibt es im Schnitt
Erläuterungen von einigen Minuten, wobei der Dozent während seinen Erläuterungen
des öfteren mit einem Zeigestab auf die gerade
besprochenen Details der Folien zeigt. An kritischen Stellen wird die Präsentation
unterbrochen und der Dozent erklärt weitere Details entweder an der
Tafel oder legt eine Kopie der aktuellen Folie auf den Overhead-Projektor,
um Details online mit einem Folienstift zu ergänzen. Will man eine
solche Lehrveranstaltung für Studierende im Distanzlehrmodus zur Verfügung
stellen, so reicht es sicherlich nicht, nur die Folien als PDF-File ins Netz zu stellen oder die Lehrveranstaltung
per Video aufzunehmen. Bei ersterem fehlen die „spontanen“ Erläuterungen
des Dozenten, der einzelne Sachverhalte je nach Reaktion der Hörer
mehrfach erläutert, bei letzterem wird es ohne großen personellen Aufwand
nur schwerlich möglich sein, in der Praxis verwendbares Lehrmaterial zu
bekommen.
Da
im Bereich der Technischen Informatik der Dozent als Person in der Regel eine
untergeordnete Rolle spielt, werden die Präsenz-Lehrveranstaltungen derart
aufzeichnen, dass im Wesentlichen die animierten Folien aufgezeichnet
werden, aber synchronisiert mit der Sprache des Dozenten, mit den Zeigestab-Aktionen
des Dozenten und mit den auf den Folien während der Lehrveranstaltung
durch den Dozenten gemachten Annotationen.
Zur Realisierung wurden ein Smartboard
(Touchscreen) und eine Audio-Anlage benötigt. Über letzteres können die
Studierenden Fragen an den Dozenten
stellen, so dass auch diese aufgezeichnet werden. Mit einem Stift (zum Teil
sogar mit der Hand) kann der Dozent während der Präsentation auf dem Smartboard, auf das die Präsentation projiziert wird,
Stellen auf den Folien markieren und/oder Folien ergänzen. Das projizierte
Bild auf dem Smartboard wird über einen Beamer, der über eine Kreuzschiene mit dem Smartboard verbunden ist, für die Studierenden vor Ort
auf eine große Leinwand projiziert. Die Aufzeichungen
der Live-Präsentationen selbst erfolgen je nach Veranstaltung über das an
der Universität Freiburg im Breisgau entwickelten AOF-System (AOF = Authoring on the Fly) bzw. das an der
Universität Mannheim implementierte mlb-System
(mlb = multimedia lecture board), die
uns kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, oder über dasvon
TechSmith
kommerziell vertriebene Camtasia-Aufzeichnungssystem.
Für die Nachaufbereitung der Aufzeichnungen wurde im Jahre 2002 eine
wissenschaftliche Hilfskraft à 20 Stunden pro Woche für 12 Monate eingesetzt.
Das
durch das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt in 2002/2003 geförderte Projekt liegt orthogonal zu dem von April 2001
bis Oktober 2003 laufenden BMBF-Verbundprojekt ULI –
Universitärer Lehrverbund Informatik, an dem der Lehrstuhl beteiligt ist. Ziel des
in ULI integrierten Teilprojektes ist die Neugliederung der Lehrveranstaltungen
der Technischen Informatik des Grundstudiums des Diplom-Studienganges Informatik
hinsichtlich einer wechselseitigen Nutzung eines Teiles der so entstehenden
Lehrmodule. Die Erstellung multimedial aufbereiteter Lehrmodule bzw. die
Aufzeichnung von Lehrveranstaltungen erfolgt nicht im Rahmen von ULI.
Zudem wird im Rahmen von ULI das Konzept des auf aufgezeichneten
Lehrveranstaltungen basierenden Blended Learnings erprobt.
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