Fujitsu / Siemens Celsius Mobile H

Einrichtung unter Linux

Entwicklung durch den Lehrstuhl Technische Informatik der Martin-Luther-Universität Halle



Vorwort: Die hier beschriebene Anleitung zur Installation des Laptops
"Fujitsu/Siemens Celsius Mobile H"
beschreibt die Schritte für eine Installation unter SuSE Linux 9.1. Sie sollte aber prinzipiell auch unter anderen Linux-Distributionen möglich sein. Hier werden jedoch auf die Besonderheiten der Modifikationen des Kernels und dem Einsatz von ACPI für das Powermanagement näher erläutert


Speziell auf diese SuSE-Distribution ausgerichtete Einstellungen werden durch das Symbol 9.1 markiert.

Basisinstallation: Die Grundinstallation sollte wie unter SuSE 9.1 problemlos möglich sein, wenn man folgendes beachtet:
Der mitgelieferten Kernel und auch die via Online-Update verfügbaren Kernel (9.1 2.6.5-7.95, Stand: 4.7.2004) haben Probleme bei der Erkennung der Funktastatur als USB-HID. Die Benutzung der Funktastatur wird durch die Modifikation des Kernels wie unter Anpassung des Kernels beschrieben, möglich. Für die Installation ist deshalb der Anschluß einer externen PS/2-Tastatur (und Maus über das mitgelieferte Splitkabel) oder das Verbindungskabel der Funktastatur zum PS/2-Port erforderlich.

Die Installation sollte nach Booten von der DVD mit den Standardeinstellungen problemlos duchrführbar sein. Bei der Paketauswahl sollte man darauf achten, daß für die spätere Übersetzung des Kernels für die Tastaturanpassung bzw. zur Installation der NVidia-Treiber der Compiler benötigt wird, also die Pakete aus dem Berich Kernelentwicklung und die Kernelquellen installiert sein müssen. Die Konfiguration des X-Servers kann man bei der Installation durchführen, es wird dann das nv genutzt, welches auch bis zu der möglichen Auflösung von 1600x1200 Punkten funktioniert, jedoch keine 3D-Beschleunigung bietet. Hierfür sind die Treiber den X-Server von nVidia zu besorgen. Dazu später mehr!

 
Kernel übersetzen: Nach der Installation sollte zuerst ein Online-Update durchgeführt werden. Getestet wurde die Installation mit dem Kernel 2.6.5-7.95. Hier muß eine Datei modifiziert werden, um die Arbeit mit der Funktastatur zu ermöglichen.

Dazu ist mittels eines Editors die Datei
/usr/src/linux/drivers/usb/host/uhci-hcd.c
zu modifizieren, indem die Zeile (Zeile 678 bei Kernel 2.6.5-7.95)

uhci->skel_term_qh->link=cpu_to_le32(uhci->skel_fs_control_qh->dma_handle)|UHCI_PTR_QH;

durch

uhci->skel_term_qh->link = cpu_to_le32(uhci->skel_bulk_qh->dma_handle) | UHCI_PTR_QH;

ersetzt wird. Hier ein Patch , falls das lieber ist.

Vielen Dank für diesen Tip an Herrn Simon Melzner von der Uni Bayreuth.

Nun noch die Überstzung vorbereiten:
    cd /usr/src/linux
    make cloneconfig


Die Konfiguration des Kernels wurde nicht geändert, wer mag kann natürlich persönliche Anpassungen mittels
make menuconfig durchführen, muss dann aber ggf. auch den Kernel und nicht nur die Module neu installieren.
Weiter geht es mit:
    make modules; make modules_install


Nach dem Booten kann die Funktastatur genutzt werden.

Sollte es jedoch zu Synchronisationsproblemen kommen (kein nutzbares Touchpad), dann hilft folgende Zeile in /etc/modpobe.conf.local
    install hid { /sbin/modprobe --ignore-install hid; /sbin/rmmod hid; sleep 1; /sbin/modprobe --ignore-install hid; /sbin/rmmod hid; sleep 1 ; /sbin/modprobe --ignore-install hid; }


Die meiste Hardware, wie PC-CARD(PCMCIA)-Controller, serielle und parallele Schnittstellen und USB sollten jetzt problemlos funktionieren.

Als nächstes folgt nun die Grafik mit 3D-Beschleunigung:
XFree86 4.3.99 + NVidia: Die Installation von XFree86 wurde mit den Treibern von nVidia durchgeführt. Da diese Treiber nicht auf Distribtionen enthalten sind, kann man sie entweder über ein Yast-Online-Update einspielen oder von der Webseite www.nvidia.com laden. Nutzt man zweitere Variante, so ist das Paket NVIDIA-Linux-x86-1.0-6106-pkg1.run (oder neuer) herunterzuladen und im Runlevel 3 einzuspielen. Hierzu ist als root in der Console das System in den Runlevel 3 (ohne Grafik) zu bringen und das Paket zu installieren:
    init 3
    sh NVIDIA-Linux-x86-1.0-6106-pkg1.run --kernel-source-path=/usr/src/linux
Die Fragen sind entsprechend zu bestätigen.

Zur Konfiguration muß das File /etc/X11/XF86Config angepaßt werden.
Unter 8.2 9.1 kann man sax2 zwar verwenden, aber das erzeugte Konfigfile enthält nicht alles Gewünschte, z.B. externer Monitor, gleichzeitig USB-Maus + Touchpad via Kabel oder Funk, usw. Außerdem hat sich das Testgerät beim Versuch mittels sax2 mehrmals verabschiedet.
Deswegen findet man hier eine angepaßte Konfigurationsdatei. Diese also nach /etc/X11/XF86Config kopieren und ggf. die Einstellungen für außen angeschlossenen Monitor, zusätzliche Maus, Grafiktabletts, einfügen oder ändern.

Anschließend kann der erste Servertest durch Aufruf von rcxdm start erfolgen. Über mögliche Probleme unterrichtet das Logfile /var/log/XFree86.0.log.

Automatisch beim Booten wird der X-Server gestartet, wenn das System im Runlevel 5 läuft. (Datei /etc/inittab). Nach der Installation der NVidia-Treiber kann dies auch durch Aufruf von init 5 erreicht werden.

Noch zu beachten ist, dass nach jeder Installation der Kernelmodule via make modules_install der Treiber von NVidia erneut installiert werden muß.

Sound einrichten: Sound funktioniert mit den Kerneltreibern problemlos.

Infrarot und IrDA:
Die Infrarot-Schnittstelle funktioniert als SIR-Gerät, wenn im BIOS des Rechners die Interstützung für IrDA auf SIR eingestellt wurde. In der getesten Kernelversion wird die Schnittstelle nur im SIR-Mode unterstützt.

Unter 9.19.1 läßt sich dann Infrarot aktivieren, indem man zuerst in /etc/sysconfig/irda einträgt:
  IRDA_PORT="/dev/ttyS1"
und anschließend aufruft:
  rcirda start.
Soll es bei jedem Start aktiviert werden, so genügt ein Aufruf von
  insserv irda .

Hier wurde der IrDA-Port auf ttyS1 eingestellt, es sind natürlich andere Einstellungen möglich. Unter anderen Systemen ist der IrDA-Port mittels des Befehls
/usr/sbin/irattach /dev/ttyS1 -s
zu starten.

Modem: Unter 9.19.1 läuft das eingebaute WinModem, allerdings belastet es die CPU sehr stark und führt auch zu erhöhten Stromverbrauch!

ACPI und Stromverbrauch: 9.19.1 Es wurden sowohl der cpufreq-Daemon und der powersave-Daemon gestartet.
  insserv -r cpufreqd
  insserv powersaved

Durch diese Einstellung konnte ein relativ moderater Stromverbrauch erreicht werden.

$Id: fs_c_h_9_1.php,v 1.2 2004/09/06 09:55:36 wefel Exp $