Junost als Monitor

Üblicherweise wird das Computersignal einem HF-Träger aufmoduliert, damit dieses Signal in jeden handelsüblichen Fernsehempfänger über die Antennenbuchse eingespeist werden kann. Dieser Umweg bringt Verluste an Konturenschärfe und flackernde Bilder durch HF-Störungen. Mit einem kleinen Umbau läßt sich diese Unzulänglichkeit leicht überwinden.

Trotz der verlockenden Vorteile möchten wir unerfahrenen Personen vor einem vorschnellen Hantieren warnen. Das Netzteil stellt für die Bildröhre eine Spannung von über 10 000 Volt bereit und Glassplitter einer implodierten Bildröhre sind im Körper nicht durch Röntgen feststellbar. Zuerst schaut man sich die Rückseite, d.h. die Antennenbuchsen des Kofferempfängers an. Es wurden zwei verschiedene Grundtypen des "Junost" importiert. Eine Variante hat zwei getrennte Antennenbuchsen (VHF und UHF), eine neuere Variante nur eine gemeinsame Buchse für beide Frequenzbereiche.

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Umbau bei zwei Antennenbuchsen

1 Es wird eine Antennenweiche (UHF/VHF) benötigt. Sie wird entsprechend Bild 1 zwischen Tuner und Antennenbuchse VHF geschaltet. Die Weiche wird in der Nähe des Tuners an einer vorhandenen  Blechstrebe befestigt (Bild 2).Von der Hauptplatine wird das Abschirmblech (auf der Leiterseite) abgelötet und die Zinnbrücke zwischen der Basis des Transistors T8 und dem Widerstand R38 (KT8 im Schaltplan) entfernt (Bild 3).
 Als nächstes wird ein kontaktsicherer Schiebe- oder Tastenschalter (ein Urnschaltkontakt) unterhalb des Lautsprechers eingebaut. Mit abgeschirmtem Kabel (Koaxialkabel, zur Not auch NF-Kabel)  wird  entsprechend Bild 4 dieser Schalter mit den Punkten 1 und 2 auf der Platine (Bild 3) verbunden. Das Kupfergeflecht wird an KT7 auf Masse gelegt. Ohne diese Abschirmung gibt es ein ständiges Moire auf dem Bildschirm. Danach kann das Abschirmblech wieder angelötet werden und alles wird zusammengebaut. Das zusätzliche Kabel ist mit Isolierband oder lsolierschlauch so festzulegen, daß keine Bauelemente verbogen werden oder eventuell bei einem Kabelbruch Kurzschlüsse entstehen.
 
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Umbau bei nur einer Antennenbuchse

5 Bei neueren Geräten mit nur einer Antennenbuchse wird keine zusätzliche Antennenweiche benötigt. Die Antennenbuchse wird in Doppelfunktion benutzt. ln disem Fall wird nur ein zusätzlicher Schalter mit zwei Umschaltkontakten eingebaut. Er wird entsprechend den oben genannten Hinweisen nach Bild 5 verdraht. Wer seinen Junost nur noch als Monitor betreibt und auf den Femsehempfang ganz verzichtet, kann den Umschalter einsparen und eine Antennenbuchse als Videoeingang direkt an Punkt 2 anschließen. 
Der Anschluß eines Z1013 an einen Monitor wurde in der practic 1/88, Seite 31 beschrieben (Brücke E7 und Masse beim Z1013). 
Dieser Umbau läßt sich prinzipiell an allen Fernsehgeräten durchführen. Andere Fernsehgeräte-Typen, sind nicht immer galvanisch vom Netz getrennt. In diesen Fällen sollte der Umbau nur von einer Fachwerkstatt vorgenommen werden.
Eine Frequenzgangverbesserung durch Austausch einiger Bauelemente und ein Abschalten des Tones wird als nicht notwendig, auch im Sinne einer leichten Umbauanleitung, angesehen. Interessenten können bei U. Faulenbach im FUNKAMATEUR 12/85, Seite 619 nachlesen.
Andreas Straßer
practic 1/89

Bildröhrenersatz im Junost

Wenn die Originalbildröhre des Junost ihr Leben aushaucht, hört man oft in den Werkstätten, daß Ersatzröhren nicht am Lager waren und eine Reparatur deshalb nicht möglich sei.
Ausgehend von den mechanischen Abmessungen besteht die Möglichkeit, anstelle des sowjetischen Typs mit 90° Ablenkung eine 110°-Bildröhre aus unserer Produktion B 31 G 1 einzusetzen. Fachleute werden sofort zu bedenken geben, daß das "Junost"-Ablenksystem die Bildschirmfläche nicht voll ausschreiben kann. Das ist tatsächlich so weshalb man diesen Tip nicht vom Reparaturfachmann erwarten kann.
Bei einem Einsatz als Monitor kann man diesen Schönheitsfehler leicht in Kauf nehmen. Der Verlust von etwa 2 bis 3 cm Bildhöhe (oben und unten zusamme n) bringt jedoch eine helle, kontrastreiche und somit gut lesbare Bildschirmausgabe.
Der Wechsel der Bildröhre sollte wegen der bestehenden Implosionsgefahr und erforderlicher Justierung einem Fachman überlassen werden.
6 In Bild 6 ist die Bildschirmfläche mit Originalröhre und in Bild 7 mit einer 110° Bildröhre zu sehen. (Bem. practic 2/89)  7
 
Rolf Adomeit
practic 1/89

Achtung Unfallschutz!

Der Fernsehapparat Junost 402 B wird herstellermäßig mit zwei Entstörkondensatoren C 137 und C 138 (je 1,5 nF) zwischen Primärseite des Netztrafos und Chassis ausgerüstet. Dadurch ist keine vollständige Potentialtrennung zur Netzspannung gewährleistet. Versierten Amateurn dürfte es nicht schwerfallen diese beiden Kondensatoren selbst zu entfernen und damit eine Gefahrenquelle für Mensch und Computer zu beseitigen, sonst ist sicher eine Fachwerkstan bereit, diese kleine Änderung vorzunehmen!
A. Kosche
practic 2/89

Volle Auslenkung bei 110°-Bildröhren

Auch mit einer 110° Bildröhre (B31G1) wird der volle Bildschirm beschrieben, wenn die Kondensatoren C 137 und C 138 ausgelötet und der Kondensator C 124 vergrößert wird. Im Muster wurden je ein Kondensator mit 0,022 µF und 0,1 pF zum C 124 parallel geschaltet. Laut Schaltplan wird der Original-C-124 beim Abstimmen gewählt. Die Feinabstimmung erfolgt mit dem Magneten an der Spule neben dem Kondensator C 132. 
Norbert Büngel
practic 2/89